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Skimethodik - Lehren und Lernen

Alfred Grüneklee

SUPER – SHORTIES - Aus den Augen, aus dem Sinn?

Eine Erinnerung an die „stark taillierten“ Super-Shorties und (auch) die Bewegungsgeschichten.

Die Entwicklung der Skitechnologie in Verbindung mit der Philosophie der Skifirmen (Trends: Freeriding, Cross-Carver; Fun-Park) hat die Geometrie der Super-Shorties verändert: Sie sind breiter, geringer tailliert und am Skiende aufgebogen. Ihre Bestimmung: Der Fun-Park. Einen Überblick bietet der SKISUPERTEST vom Skimagazin: Heft 6/2002, S. 66 – 68. Kritische Hinweise zu dieser Entwicklung finden sich dort und auch im Heft 1/2003 (Summary, S. 55). Auch in der Literatur findet man seltener Anregungen für eine umfassende Nutzung. Die vielfältigen Möglichkeiten aber, die dieser kurze, stark taillierte Ski als Einsteiger-, Umsteiger-, Trainingsgerät und gleichzeitig als Fun-Gerät bietet, werden m.E. durch diesen Trend eingeschränkt, sogar verhindert.

Welche Möglichkeiten bieten die „Superkurzen“ bei starker Taillierung?

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1. Lernski für Einsteiger.

Der Ski kann innerhalb eines Einsteigerkurses (das Wort Anfänger können wir aus dem Sprachgebrauch streichen) als Alleinski oder Einstiegsski genutzt werden. Die Kürze und die Taillierung des Skis machen es möglich, mit nur einer Anweisung sofort loszufahren. Das gilt für alle Altersklassen.
Die Unterrichtsmodelle von Walter Kuchler, Bewegungsaufgaben in Bildgeschichten / in Bildern - „Flotter Flitzer – Schräger Vogel“ „Die Post geht ab!“, „Mit der AOK auf Gesundheitsreise“, „Schöner als Fliegen“ – ersetzen große Erklärungen von Bewegungsabläufen und / oder Demonstrationen. Aus redaktionellen Gründen können sie hier nicht noch einmal erscheinen. Deshalb der Hinweis: Veröffentlichung der Bewegungsgeschichten, u.a. in SPORTS Skimanual 2000/2001 + 2001/2002.
„Meine“ Bewegungsaufgaben sind:

  • „Zeig dir den Weg!“ – Jeweils mit dem Innen- oder Außenarm (Zeigefinger gestreckt) in die neue Kurvenrichtung zeigen. Diese Aktion noch mit einem bewussten Hineinsehen (Hinaufsehen) in die Kurve verbinden/unterstützen.
  • „Flieger“ – In unterschiedlichen Ausprägungen: gemütlich bis blitzartig!
  • „Die Post geht ab!“ Variationen: schwere / leichte Pakete; bergwärts aufnehmen und talwärts, unten vor der Haustür ablegen; einhändig / beidhändig. Variante: Post nach vorne unten wegwerfen (verstärkte Innenlage, anschneiden auf dem Innenski).
  • „Fauler Sack“: Beide Hände stemmen das Gewicht auf dem Oberschenkel des Innenski ab.
  • „Da ist der Hund begraben“: Blitzartiges Hinzeigen der Außenhand neben die Schaufel des Innenski.
  • Bewegungsgeschichte AOK-Ball (besonders: mitrollen nach links und rechts; Luft rausdrücken).
  • Hände als Skikante – Drehen der Hände als Auslöser für den Lagenwechsel / Kantenwechsel. Die Unterarme parallel zum Ski; sie geben die Lage der gekanteten Ski an. Zum Kantenwechsel drehen die Hände jeweils in die neue Kurve.
  • Unterarme ca. im 90°-Winkel zum Oberarm in Vorhalte – leichtes Nach-Vorne-Schieben des Außenarms in die neue Richtung
  • Hände an den Hüften – zum Kantenwechsel die Hüfte ins Tal/in die Kurve drücken.Variante: Die Innenhand offen ca. 10 cm entfernt von der Hüfte; Hüfte zur offenen Handfläche bewegen
  • Ausleger: Außenhand fasst das Innenknie; Innenarm zeigt gestreckt in die Kurvenmitte
  • Joy-Stick: Hände in Vorhalte als Fäuste, Daumen nach oben. Daumen als Joy-Stick benutzen. Das Umlegen der Daumen nach links bzw. rechts löst den Lagenwechsel = Kantenwechsel aus.
  • Einsatz von Geräten: Lenker (Bild: Fahr-, Motorrad, Lenkrad (u.a. Frisbeescheiben), Stangen.


Die Redezeiten reduzieren sich auf ein Minimum. Die Schüler fahren, experimentieren und erleben; sie haben von Beginn an Erfolge.
Elementare Techniken finden situativ ihren Platz in der „Geschichte“; sie sind nicht Voraussetzung.

Will ich den Supershortie als Einstiegsski nutzen, stellt sich die Frage nach dem Zeitpunkt des Wechsels auf einen Carvingski. Dieser Zeitpunkt ist von vielen Faktoren abhängig: Schnee, Wetter, Gelände, Voraussetzungen der Schüler, Engagement der Schüler, Qualität des Lehrers u.ä.. Nach den Erfahrungen von vier Wintern empfehle ich: Wechsel nach einem Tag. Die Schüler fahren noch sicherer, fast rhythmisch und können den Wechsel von großen und kleinen Richtungsänderungen mühelos vollziehen. Sie haben einfach mehr Zeit zum Experimentieren mit dem Gelände, der Geschwindigkeit, den Kurvenlagen; die Erfolgserlebnisse geben Sicherheit! Es gibt im traditionellen Sinne keine „Anfänger“ mehr:Die Schüler fahren vom ersten Moment an Ski!

Der Wechsel vom Supershorty auf den Carvingski ist nicht zwingend notwendig. Einzelne Schüler nutzen die vielfältigen Möglichkeiten des Supershorties für die gesamte Kurzdauer. Der Unterricht mit unterschiedlichen Geräten innerhalb einer Gruppe stellt kein Probleme dar.
Supershorties, Shorties, Carver und sogar Snowboarder innerhalb einer Gruppe sind möglich.
Es bieten sich neue Möglichkeiten des Lernens und Miteinanders.
Eine gute schulische Vorbereitung ist der Einsatz von Inlinern und / oder Schlittschuhen. Schüler, die auf diesen Geräten Vorerfahrungen mitbringen, können diese sofort mit den Supershorties umsetzen.
Die Supershorties haben einen Vorteil: Sie garantieren immerFreude und Lernerfolge!
Eine Bemerkung von Walter Kuchler im Skitest hat mich in meinen Erfahrungen bestätigt:
„Zunächst werden noch mehr Ausbildungsstätten, Skischulen, Universitäten, Schulen vor die Frage gestellt werden, ob der Super-Shorty nicht der ideale Einstiegsski ist. Moralisch formuliert: Darf er dem Anfänger vorenthalten werden? Muss nicht der leichteste und vergnüglichste Weg gegangen werden?“ (in Skimagazin 6/2002, S. 66)
Noch eine Anmerkung: Das Liftfahren wird zum „Kinderspiel“.

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2. Ski für den Umsteiger zur Technik des Carvens.

Von der klassischen zur modernen Ski-technik. Auch für diesen Personenkreis bieten sich die Bewegungsgeschichten an. Besonders erfolgreich hat sich hier das Anschneiden und Ansteuern über den Innenski erwiesen (z.B.: Flotter Flitzer – Schräger Vogel; alle Aufgaben zum Skatecarven –Skimanual 2002/2003, S. 31)

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3. Trainingsgerät für den fortgeschrittenen Skifahrer.

Beispiele: Fahren auf der Kante, Kurvenlagen bis zum Schneekontakt, Koordination, Beweglichkeit, Spielschwünge.

Für die Adressatengruppen 2 und 3 gibt es keine effektivere Rückmeldung als über den Super-Shorty: Fahre ich das Gerät nicht auf der Kante, dann lässt er mich das spüren („Schwimmen“, Flattern, Laufunruhe können die Empfindungen sein). Daneben muss eine ständige Regulierung der Körperlage (Mittel- Vor-, Rücklage) erfolgen.

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4. Spaßski für alle Könnensstufen.

Sprünge, Drehungen, Tricks; die Piste wird zur Spiel-, zur Experimentierwiese. Die Halfpipe und der Funpark fordern heraus. Hierzu benötige ich einen am Skiende aufgebogenen Super-Shorty.

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5. Für den Snowboarder:

Funktioniert wie ein Ski und kann gefahren werden wie ein Board, ein Snowboard. SKIBOARDING heißt das Wort. Supershorties erschließen die Halfpipes und Funparks.

Diese Anwendungsfelder belegen die Vielseitigkeit der Super-Shorties mit starker Taillierung (gelungene Beispiele für Supershorties: Elan Razor und der Spyder von Fischer).

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Literatur:

  • Deutscher Verband für das Skilehrwesen – Interski Deutschland (Hrsg.), Skilehrplan Style – Sprünge und Tricks für Board und Ski, München 2001
  • Fehr, Hubert/Kuchler, Walter, Skischule mit dem SKIMAGAZIN, Lektion 18: Skitricks - Auf Shorties gar kein Problem, in: Skimagazin 3/2003, Meinerzhagen 2003, S. 54 – 57
  • Kuchler, Walter, Carven – Der Skikurs für Einsteiger und Umsteiger, Reinbeck bei Hamburg 1998
  • Crashkurs Snowcarven: Die Post geht ab. In: Skimagazin 6/99, S. 72 – 75
  • Die Entwicklung der Skitechnik – der Stand der Ding, in: Skimanual 2002/2003 – Info- und Unterrichtsmaterialien für Skilehrer SPORTS, hrsg. von Jörg Zimmermann, Werne 2002, S. 29 – 31
  • Flotter Flitzer –Schräger Vogel. Mit Supershorties zum Carven, in: Skimanual 2001/ 2002, Hrsg.: Walter Kuchler, Werne 2001, S. 47 – 48
  • Unterrichtsmodelle zum Snowcarven (Bewegungsgeschichten) , in: Skimanual 2000/2001, hrsg. von Jörg Zimmermann, Autor: Walter Kuchler, Werne 2000, S. 31 – 36
  • Reitberger, Hermann, Skiboarding. Ein Quick-Step-Programm, Reinbeck bei Hamburg 1999
  • Rieger, Philipp, Skifahren lernen mit Skiboards. In: SnowSport – Das Magazin für Wintersport-Profis (Magazin des DSLV), Oktober/Nov. 6-2000, S. 10-11
  • Skifahren lernen mit Skiboards, in: sportunterricht 1/2001, S. 9 – 11 und Lehr- hilfen für den sportunterricht 1/2001, S. 1 – 8, Schorndorf 2001
  • Schweizerischer Interverband für Skilauf (SIVS) in Zusammenarbeit mit der Eidg. Sportschule Magglingen (ESSM) am Bundesamt für Sport (BASPO), Schneesport Schweiz – Spezial-Lernlehrmittel Ski, Bern/Magglingen 2000 (auch als Taschenbuchausgabe)
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Video:

  • Petanjek, Heinz/Blanke, Rolf, Carven mit Kurz-Cavern. Der direkte Weg zu einem neuen Fahrgefühl (Lehrvideo). Länge: 35 min.
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Zum Ski/Sicherheitshinweis:

Die Super-Shorties sind mit einer leicht verstellbaren Bindung ausgerüstet1). Diese Bindung ermöglicht ein schnelles und unkompliziertes Verstellen auf unterschiedliche Schuhgrößen.Es handelt sich dabei um keine Sicherheitsbindung. Die Skifirmen weisen darauf hin, dass diese Bindungen nur ab einer Körpergröße von 150 cm benutzt werden dürfen.

1) Nur der Big Easy 94 von Head ist mit einer Sicherheitsbindung ausgestattet.

26.04.12
SPORTS-Ausbildertreffen

von Freitag, 14.12. – Sonntag, 16.12.2012in Langewiese (Sauerland) im Jugendgästehaus des TUS...

 
 

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