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Elans Parabolic von 1991 - ein Evergreen
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Walter Kuchler
1992 hatte ich diesen komischen kurzen, stark gekrümmten Ski zum ersten Mal unter den Füßen. Damals wusste ich noch nicht, dass in ihm bereits Erfahrungen der Elanleute von 15 Jahren in ihm steckte. Der Partner Zone Debeljak aus Krain hatte schon 1967 den "Kaninke" mit stärkerem, kleinerem Radius entwickelt. (Kaninke ist der Name eines Karawankenberges.) Elans Entwicklungsingenieur Andrej Robic meldete 1977 einen Ski mit verstellbarer Taillierung zum Patent angemeldet und brachte die taillierten RETROS und SERVOS. Stenmark gewann 1984 den Parallelslalom mit einem stark taillierten Ski. 1997 waren erstmals RS-Ski von Elan mit kleinerem Radius im Weltcup eingesetzt, damals als die Erfolgsserie der Norweger begann.
Aber was ich schlagartig wusste, als ich die ersten Schwünge mit dem Parabolic zog war: Jetzt funktioniert hundertprozentig das, was ich seit fünf Jahren als Radialtechnik, als geschnittene Fahrweise probierte und in Artikeln und Büchern beschrieben hatte. Jetzt hatten die Fahrweise und der Ski zusammengefunden.
Noch war anfangs der 1990-er Jahre das Wissen um die Skilängen in alten Vorstellungen befangen. So bot auch Elan einen Parabolic mit 12 m Radius in der Länge von 203 an. Ich kurvte damit im Firn des Hinterutxer Gletschers herum wie mit einem Schlachtschiff. Ein 205-cm-Ski mit 12 m Radius ist ein gewaltiges Scheit! Aber seitdem ist klar und muss den Ewig-Gestrigen hinter die Ohren geschrieben werden: Carvingski eignen sich auch für das Rutschen und traditionelle Fahrweisen.
Die Amerikaner haben 1994 den Parabolic zum Ski des Jahres gekürt. Dabei wussten sie nichts von einer geschnittenen Fahrweise oder dem Carven, wie man zwei Jahre später ihnen zulieb die neue Fahrweise nannten. Die US-Amerikaner handhabten dieses scharfe Gerät einfach als Rutschski, als Ski für traditionelle Fahrweisen. Und schon damit waren sie so hochzufrieden, dass sie ihn im Vergleich zu allen klassischen Modellen für den Besten hielten.
Parabolic - ein Ski der Geschichte gemacht hat und noch heute zu den Besten gezählt werden kann!
Der Parabolic wurde zum Prototypen der Carvingski schlechthin. Man variierte in der Folge die Bauweise, aber die starken Radien und - nicht zuletzt wichtig! - die hohe Torsionssfestigkeit behielten sie bei. So steckt der alte Parabolic noch in allen Elans mit starker Taillierung. Und ich bin auch überzeugt, dass der Ur-Parabolic noch heute unter den Slaloms und Funcarvern mitmischen kann. In diesem Sinne möchte ich mich auch gerne wieder einmal auf diesen alten Parabolics tummeln und vergnügen. Deshalb ein Suchauftrag:
Ich suche Elans Parabolic vor 1993. Vor allem die sehr kurzen Längen und den 203-er.
Angebote unter Tel. 0049 2389 8666 oder E-mail: wkuchler@dont-want-spam.web.de -
Kästle XTZ PRO - ein Evergreen
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Walter Kuchler
1996 tauchte ein Ski unter einem Namen auf, der an Ekstasen erinnern sollte. Dezente, ansprechende Aufmachung mit blauem Grundton - aber mit aggressiver Figur.: 12 Meter Radius! Sein Konstrukteur; Hans Krassnitzer dachte einmal nicht an die Rennfahrer und auch nicht an das Heer der Rutscher, sondern an die noch kleine Gruppe der Carver, die es den Snowboardern gleich tun wollten und das Gleiten mit gewaltigen Kurvenlagen suchten. Auch der 360-er war gerade hochaktuell.
Mir fiel neben der starken Taillierung auch die Bauweise als Sandwichski sofort auf. Als ich ihn anlangte spürte ich auch: extrem weich. Dann aber die ersten Schwünge. Der Ski bot auf Anhieb alles, was sich ein Carvingfreak wünschte. Guten Schwungansatz, zuverlässiger Durchzug und Beschleunigung in der Endphase. Der Ski stimulierte mich sofort auf starke Kurvenlagen auszugehen. Hand- und Bodycarven, die neuesten Extremformen des Carvens ließen sich leicht realisieren. Kästle hatte ganz offensichtlich einen Volltreffer landen können.
Als ich im gleichen Jahr eine Händlerschulung für eine andere Skifirma, die noch keine stark taillierten Carvingski im Programm hatten, nahm auch E.H., ein Spitzenausbilder des Deutschen Skilehrerverbandes teil. Aber was schnallte er sich unter die Füße? Einen XTZ PRO. Auf meine Vorhaltung, dass wir ja andere Skiprodukte vorstellen sollten, antwortete er trocken: "Ich fahre das, was am besten carvt."
Für eine Saison war dieser Ski auch mein Star. Danach bekam er starke Konkurrenten von Atomic und Head. Und der alte ERGO von Kneissl und der PARABOLIC von Elan lagen auch auf seiner Linie und brachten sich immer wieder in Erinnerung. Fast zeitgleich trat auch von Salomon der Excleaver auf den Plan. Die Konkurrenz auf dem Funcarver-Sektor wurde also stark. Es war erstmals in der neuen Zeit des Carvens die Situation eingetreten, dass man sich zwischen 4-5 wunderbaren Ski entscheiden musste.
Dennoch, der XTZ-PRO hatte etwas ganz Eigenes. Er lehrte mich das sanfte, ruhige Gleiten trotz scharfen Schneidens. Diese Art eines Ski, den Fahrer zu erziehen, fand ich erst acht Jahre später wieder, beim Supershave von Head. Ja, es machte bald Spaß, mit ruhigen Bewegungen und mit gespielter Lässigkeit exzessives Skifahren zu demonstrieren.
XTZ-PRO -ein Ski, der zum perfekten Kurvengleiten erzieht und Carvingfreaks sanftmütig werden lässt.
Nach einigen Wochen trübte ein Wermutstropfen die Begeisterung. An zwei Paar XTZ-PRO löste sich das Deckblatt. Fünf Jahre stellte ich die Ski an die Seite. Dann wollte ich es nochmals wissen. Ich verleimte das Deckblatt mit Zwei-Komponenten-Kleber neu und setze dazu entlang der Außenkanten viele kleine Schräubchen. Und er fährt wieder, und er fährt immer noch schön. In doppelten Sinne wurde mir nun dieser Ski zu einem Evergreen: Auferstanden und immer noch Spitzenklasse!
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Der Renntiger von Völkl - geschätzt, begehrt, unvergesslich
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- ein Evergreen wie er im Buche steht
Walter Kuchler
Es gibt keinen gestandenen Völkl-Fahrer, der nicht mehr den Renntiger im Kopf hätte. Das Streifendesign, die dünnen Bauhöhe, die eigene Schaufelspitze - und natürlich das Fahrverhalten machen diesen Ski unvergesslich und geben ihm einen Platz in der Walhalla der Evergreens.
Die gestreiften Ski, die mit dem Zebra 1968 begonnen hatten, erreichten mit dem Renntiger ihren Höhepunkt. Klares, markantes Design und ein Ski mit hochgeschätzten Fahreigenschaften. Franz Völkl mit seinem Gespür für gute Ski und Schweigers Agentur Sportive waren über Jahrzehnte ein gutes Team, um sich vor allem auf dem deutschen, dem schweizerischen und dem US-amerikanischen Markt einen hervorragenden Platz zu sichern.
Der Ski war in klassischer Sandwichbauweise gefertigt. Die geringe Bauhöhe war auffallend. Er war nicht zu steif. Allein diese Merkmale sicherten einen breiten Anwendungsbereich vom Rennlauf bis zum Allroundski. Alle Völkl-Fahrer waren über kurz oder lang hinter diesem Modell her und rühmten Freunden gegenüber die Vorzüge dieses Ski.
In meiner Erinnerung war dieser Ski auch besonders breitbandig für den Tempobereich ausgelegt. Man konnte mit ihm wunderschön Skischule fahren, aber auch sportlich ambitioniert die Hänge angehen. Ähnlich breitbandig gebärdete er sich auch im Spannungsfeld Piste - Tiefschnee. Dass er sich im lockeren und tieferem Schnee relativ unproblematisch fahren ließ, hing sicherlich vor allem mit seiner geringen Bauhöhe zusammen.
Völkl verlangte für diesen Ski einen hohen Preis und bekam diesen auch. Nur durch den großen Verkaufserfolg wurden die Völklmanager übermütig und wollten den Ski statt mit einem Holzkern auch mit geschäumten Innenleben an den Mann bringen. Aber Völkls Klientel, verunsichert durch Brüche, wusste bald die Streu vom Weizen zu trennen: Renntiger mit Holzkern hatten in der Seitenwange zwischen Ziffern versteckt den Buchstaben "R" eingeprägt.
Der Ruf Völkls war wegen der Schäumerei unter den Kennern eine Zeitlang angeschlagen, nicht aber der Ruf des wahren Renntigers, des Renntigers mit dem Holzkern. Der Renntiger war Höhepunkt einer Entwicklung bei Völkl. Zugleich verkörperte er den Leistungstand des modernen Ski schlechthin.
Fahrbar wäre dieser Ski noch immer, wenn man als Carver gelernt hat, auch klassisch geformte Ski mit Hilfe eines dynamischen Flexes in geschnittene Kurven zu zwingen. Aber mit den Längen wäre es schon so eine Sache. Vielleicht hängt man seinen Renntiger - oder einen, den man sich noch vom Sperrmüll ergattert - besser in den Partykeller oder schraubt ihn schön repräsentativ neben die Garderobe an die Wand.
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Scott ATZ rage - ein Evergreen
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Walter Kuchler
Zugegeben, dieser Ski ist ein gewaltiges Scheit. Vor allem, wenn man die hintere Hälfte anvisiert. Breit und klobig lehnt er an der Wand - kampfeslustig und ganz offensichtlich unbeirrbar liegt er im Schnee. Und so ist es dann auch. Der Ski steht und steht. Ein Bollwerk gegen Eis und Rutschen. Länge 162 cm,. Radius um die 12 m.
Wenn ich in den Autozeitschriften oder Motorbeilagen der Zeitungen über den legendären breitbeinigen Geländewagen "Hummer" lese, assoziiere ich immer: Scott ATZ. Wie dieser Wagen hat dieser Ski Spurbreite und Spurweite und er kann gar nicht anders als durch dick und dünn zu gehen.
Wie alle Ski dieser Breite verlangt das Gerät ein Bisschen Aufwand im Kantenwechsel. Da darf man nicht träge und verschlafen den Hang hinabschauen. Aber der Aufwand wird dann auch belohnt: aggressiver Schwungbeginn und unbeirrbar im Durchzug.
In der Entwicklungslinie der Carvingski stelle ich diesen Ski an die Seite der besten Snowriders, des Atomic 9.11-ers und des Spaceboards von Head. Diese waren alle eleganter, aber fahrerisch konnten sie ihn nicht abhängen.
Vermutlich ist dieser Ski ziemlich unbekannt. Seine Verkaufszahlen dürften damals 1999 nicht hoch gewesen sein. Mein Abklappern von Sportgeschäften in den letzten zwei Jahren und die Ausschau nach einem ATZ blieben erfolglos. Dabei hätte ich gerne nochmals so ein tolles Gerät. Denn ich habe meinen ATZ oft her geliehen und leider kam er in einem dieser Kurse in falsche Hände: Jemand hat ihn zu heiß gebügelt. Im letzten Winter aber habe ich ihn dann restauriert: an der Kante sich lösende Belagteile herausgeschnitten, mit Epoxyharz die Löcher gefüllt, geschliffen und gewachst. Jetzt fährt er wieder. Und er macht Spaß wie eh und je.
Wenn mich Leute manchmal unbedarft fragen, was das für ein komischer Ski sei, dann antworte ich ganz cool: "Das ist ein gewaltiger und gewalttätiger Ski. Und ein Ski, der mir gefällt. Immer noch und immer wieder."
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Kneissl Ergo 1992 in 160 und 180 cm - ein Evergreen, der Geschichte schrieb
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Walter Kuchler
Mehr zufällig bekam ich 1992 diesen Ski in die Hände und unter die Füße. Schon nach wenigen Schwüngen wusste ich, dass diese Ski zusammen mit dem Parabolic von Elan die Skiwelt verändern würden. Es ging einfach alles leichter. Alles, worum ich mich bis dahin carvend, schneidend bemühte unterstützte dieser Ski hervorragend, ja er übernahm sogar die Führung über die Spur und über mich.
Autokinetik - ein Begriff, der den Carvingski auf den Punkt bringt.
Nach dem ersten Tag bildete sich in meinem Kopf ein Begriff, der später alle meine Skitests prägen sollte: Autokinetik. Das war also ein Ski, der von sich aus, selbständig, fast automatisch die Bewegung, die Kurve führte. Von nun an, sagte ich mir, wird es Ski geben, die automatische Kurven fahren. Und ich formulierte weiter:
Carvingski fahren von selbst Kurven, wenn man sie nur lässt.
Wenn man sie nur lässt? Vorbei also das Driften und Rutschen zu Schwungbeginn, der Fersendrehschub und das Beinedrehen, die Rotationen und das Gegendrehen und die Entlastungen.
Ein Jahr später hat die autokinetischen Wirkungen eines Ski der schweizerische Lehrplan ausführlicher und etwa so formuliert:
In Zukunft müssen wir so fahren, dass alles, was im Ski steckt, zur Wirkung kommt.
Ein Reinfall bei einem ersten größeren Testversuch
Weil ich vom ERGO so begeistert war, bemühte ich mich sofort in Kufstein um 12 Paar Testski für unser Universitätsseminar in Hintertux. Mit leuchtenden Augen pries ich meinen Kolleginnen und Kollegen die Ski an, konnte aber nicht selbst mit dieser Gruppe fahren. Als ich sie dann nachmittags wieder traf, machten alle lange Gesichter: "Die Ski gehen nicht. Sie weichen aus und rutschen vorne weg." Das gibt es nicht" war meine fast erboste Antwort. "Ihr dreht und driftet und dann kann kein Ski schneiden und halten." Abends sah ich die Ski durch und entdeckte, dass die Kanten anders als bei meinem Probepaar an den Schaufeln und Enden wie bei klassischen Ski abgenommen waren. Anruf zu Kneissl: "Ihr seid von allen guten Geistern verlassen. Erst baut ihr einen wunderbaren Kurvenski, dann macht ihr ihn selbst wieder kaputt."Seit 1992 ist klar, bei Carvingski wird die Kantenschärfe vorne und hinten durchgezogen.
Noch eine andere Sache wurde mit den ERGOs klargestellt: Carvingski müssen sehr viel kürzer gefahren werden. Während Elan damals mit seinem Parabolic bis zu einer Länge von 203 cm experimentierte, eingewaltiges Scheit bei 12 m Radius, bot Kneissl nur die zwei Längen von 160 und 180 cm an.
Seit dem ERGO ist auch klar, dass Carvingski entschieden kürzer sein müssen.
Die weitere Geschichte mit den Carvingski bis 1997/98 ist leider nicht so klar und lobenswert. Unter dem Eindruck der Verweigerungshaltung von Sportartikelhändler, Skilehrern und Skifahrern wurden die ERGOs wieder lang und fielen teilweise auf einen Radius von 24 m zurück.
Für mich ist der ERGO von 1992 nicht nur eine historische Erinnerung. Ich halte mich wegen dieser und anderer Innovationen auch verpflichtet auf diese Firma gerade in Zeiten der Not ein hohes Lied der Verdienste anzustimmen. Schließlich würde ich auch gerne gelegentlich wieder einer dieser dunkelblauen ERGOs von 160 cm Länge fahren. Mein Ur-Ergo ist leider zerstört, aus dem Skiständer gefallen und von einer Pistenraupe überrollt.
Die RTCs stehen für die Wahrheit der richtigen Skilänge.
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Head Space Board von 1998 - ein Evergreen mit 8,50 m Radius
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Walter Kuchler
Eine Zufallsentdeckung
2005 zeigte mir ein Freund sein Head Cyber Space Board. Ich erinnerte mich, dieses breite und mit 8,50 Radius stark taillierte Brett 1998 schon einmal ausprobiert zu haben. Doch die Erinnerung war verblasst. Deshalb musste ich nochmals ran. Und nach den ersten Metern Fahrt wusste ich, dass ich damals den Ski nicht richtig verstanden hatte, sonst hätte ich ihn nicht vergessen können. Jetzt ist mein Eindruck überwältigend. Abbitte an die Headkonstrukteure!Er carvt, es carvt, ich carve
Der Ski geht vom ersten Aufkanten an bedingungslos zur Sache. Er carvt. Er zieht so konsequent, so bedingungslos, so klar in die Kurve, wie sonst keiner. Hier hatte ich erstmals das Gefühl eines zupackenden und nicht mehr los lassenden Kantengriffs, wie es anfangs allen Carvern zugesprochen und vorgeworfen wurde. Der Ski carvt einfach. Es carvt mit mir. Hier gibt es Autokinetik pur.Vorsicht - ein gnadenloser Carver
Um mit diesem Ski zu fahren und um etwas von ihm zu haben, sollte man Kraft haben und auch bereit sein, diese Kraft einzusetzen. Da der Ski sozusagen immer vollkommen driftfrei ist, gnadenlos auf Zug geht, praktisch immer beschleunigt, fordert er die Kraft ein. Nur wer sich stark darauf konzentriert, den Ski möglichst wenig aufzukanten und möglichst flach zu führen, hat eine Chance, auch moderates Carven zu praktizieren.Nachholen und Suchen dieses konsequenten, beglückenden Carvers
Wer von den Carvingfreaks die Erfahrung mit dem Space Board noch nicht gemacht hat, hat etwas versäumt. Er sollte auf die Suche gehen, ob er nicht in irgendeinem Laden noch ein Exemplar aufstöbern kann. Mir ist es 2005 noch gelungen, über einen Freund zwei neue Exemplare aufzukaufen. Billig. Aber eigentlich ein unbezahlbares Brett, wie es vielleicht nie wieder auf den Markt kommt. Danke Head, danke Alexander Kaufmann! -
Atomic 9.11 - Funcarver - Prototyp aller Slaloms
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- Ein historischer Evergreen
Walter Kuchler
Ein frecher Ski
Die erste Ausgabe war knallgelb, asymmetrisch und stark tailliert. Ein frecher Ski. Ein auf Erfolg getrimmter Ski. Noch konnten ihn 1998 zwar gewisse Tests und viele Verbände, die nur auf Racecarver setzten, ignorieren, nicht aber kamen sie an seinen direkten Nachfolgern den Slalomski vorbei. Diese brachten nämlich mit ihrem Namen auch das entsprechende Image in den Markt ein. Jedenfalls hat dieser Ski Carvinggeschichte geschrieben. Was Elan und Kneissl anfangs der 90-er Jahre mit ihren 12-Meter-Radius -Ski noch verwehrt blieb, schaffte nun der 9.11-er. Gerechterweise muss man allerdings auch erwähnen, dass der Kästle XTZ Pro, die Funcarver von Völkl und die Cybers von Head auch auf der gleichen Linie lagen und den Antileuten gegen die starken Carver etwas aufmischten. Aber der 9.11-er wurde zum historischen Prototyp der Slalomski. Anders ausgedrückt:Funcarver mutierten zu Slaloms - Dank des 9.11-ers.
Eine Offenbarung für alle Carvingfreaks
Für alle Carvingfans war der 9.11-er eine Offenbarung. Damit konnte man exzessive Figuren in den Schnee zaubern. Der Anschnitt der Kurven war messerscharf, der Durchzug konsequent, der Halt beinahe unglaublich. Der Beitrag der asymmetrischen Auslegung mag dabei dahin gestellt bleiben.Vom 9.11-er zum 9.12-er
Doch der 9.11-er hatte auch noch eine eigene Geschichte. Er musste zum 10.11-er umgeschrieben werden. Der gelben Ausgabe folgte eine, die ins Orangene hinein changierte, dieser wiederum eine grüne und schließlich eine mit beigenen Grundtönen. Wollte mit diesen Farbgebungen Atomic selbst die Ära dieses Ski herunterspielen? Die Erstauflage, der knallgelbe 9.11-er, neigte auf rauer, harter Piste zum leichten Poltern. In der orangenen Ausgabe war dies abgestellt. Insgesamt aber wirkten alle Ausgaben etwas steif. Recht bewusst wurde dies jedoch erst, als der Nachfolger in Form eines Slalomski präsentiert wurde, nämlich als SL 9.12. Damit war der 9.11-er tot - es lebte der 9.12-er.Mein Referenzski und meine neue Reverenz für diesen Ski
Immer wieder habe ich bei Skivergleichen den 9.11-er bzw. den 10.11-er als Referenzski herangezogen. Immer öfter fand ich ihn als etwas zu plump und zu wenig elegant im Anschnitt und der ersten Schwungphase. Bis ich her ging und die Bindung um 12 mm nach vorne montierte. Der Effekt war erstaunlich. Der Ski gewann an schneidendem Zugriff und gleichzeitiger geschmeidiger Schwungführung. Jetzt mischt er wieder mit den neuesten Kreationen mit. Mein Rat an alle Fans dieses Ski: Bindung vor! Vielleicht sogar um 20 mm. Und schauen Sie sich um in den Sportgeschäften und bei Ebay, ob Sie noch einen 9.11-er oder 10.11-erwischen können.Ich liebe ihn noch immer - allerdings leicht vormontiert.
Setzen Sie die Bindung 12-20 mm vor. -
Elans Razor von 1998 mit 94 cm Länge
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- Ein wunderbarer Evergreen
Walter Kuchler
Lange hielt Kneissl mit seinen Big Foots den Markt der Superkurzen allein besetzt. Bis dann Elan zuschlug. Mit dem Razor und dem .... Beide schmal und beide stark tailliert. Interessanter der Razor, der ganz auf das Carven ausgelegt war, während der auch hinten aufgebogene ... , der dadurch noch kürzer auf dem Schnee auflag, mehr auf das Klientel der Funparks ausgelegt war. Razor meint übrigens keinen amerikanischen Rasierapparat, sondern einen Berg der Karawanken.
Für mich wurde der Razor schnell zu einem tollen Carver. Anfangs wenn ich ihn unterschnallte, musste ich sein Tänzeln erst bändigen. Bald aber merkte ich, dass diese Ski auf dem Berg- bzw. Innenski gefahren werden wollten. Damit fand ich dann von den ersten Metern an das richtige Carvinggefühl.
Perfektes Carven - auf dem Berg- und auf dem Innenski.
Am meisten beeindruckte mich das Fahren mit diesem Supershorty, dass ich ihn nach einer Viertelstunde vergaß. Ich carvte mit ihm durch die Gegend als ob ich eine normale Länge unter den Füßen gehabt hätte.
Drei Einschränkungen wurden mir allerdings auch schnell bewusst, die ich bereits von Kneissl Big Foots her kannte. Erstens: Keine Supershorties bei holprig vereisten Hängen, da der Ski kaum dämpfte. Zweitens: Keine Supershorties im tieferen - tief beginnt hier bald - Weichschnee, da dich der Ski hier schnell versenkt. Drittens: Kaum eine Möglichkeit mit Flex und Rebound zu arbeiten. Lediglich ein Muskelrebound kann aufgebaut werden.
Perfektes Carven auf 94 Zentimeter - wenn die Piste stimmt.
Der Razor war nur kurz auf dem Markt. Was Elan nach ihm an Supershorties brachte, reichte nicht mehr an ihn heran. Überhaupt wurden bei vielen Firmen reihenweise problematische bis unbrauchbare und katastrophale Supershorties gebaut. Die Firmen schielten nur noch auf die paar Fahrer, die sich in den Funparks herumtrieben. Als erträgliche Verwandte des Razors empfand ich nur noch den Spyder von Fischer, dem auch nur zwei Winter vergönnt waren, und die ... von Kneissl
Die Geschichte der Supershorties ist zum Teil eine traurige Geschichte und kein Ruhmesblatt der Skifirmen.
Halten Sie Ausschau nach einem Razor. Er wäre immer noch hochinteressant. Es wird wahrscheinlich sehr schwer sein, noch ein Exemplar zu entdecken, weil dieser Skityp damals rasch von den häufig unbrauchbaren breiten Supershorties verdrängt wurde. Wenn Sie aber Glück haben, dann drauf, aber nicht zu wild. Kein Reiten auf den Skienden und keine Überschläge. Aber perfektes Carven wird ihnen beschert.
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Blizzards Carvelino
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- Ein guter Evergreen aus der Supershorty-Klasse
Walter Kuchler
Es war, es wurde ein lustiger Vormittag auf dem Stubaier Gletscher. Mit meinem Lippramsdorfer Carvingklub endeckte ich den Pavillon von Blizzard vor dem Gamsgartenrestaurant. Produktwerbung für den Carvelino. Ausgeliehen, anprobiert und zum Lift hinter dem Haus.
Wenn man allein einen Supershorty zum erstenmal am Fuße hat und der Ski unter einem zu tanzen beginnt, das Bein hin und her schlackert und man nicht weiß, wie man Ruhe in die Fahrt bringt, so ist das gar nicht so lustig. In einer Gruppe aber lacht man sich eher übereinander kaputt.
Dieses Phänomen des Tanzens und Ruckelns - das wusste ich aus langer Erfahrung - tritt allerdings nur auf, wenn man wie in alten Zeiten auf dem Außenski fährt. Deshalb war meine erste Anweisung an meine Mannschaft: Breit, breit, wie die Wiener Skimodelle. Damit kam schon einmal Ruhe in die Fahrt.
Wir steigerten uns mitder Anweisung: Volles Gewicht auf den Bergski und sofortiger Wechsel auf den Talski, der wiederum zum Bergski wird. Damit begannen unsere Ski nicht nur ruhiger um die Kurve zu fahren, sie griffen trotz ihrer Kürze zu, sie bissen sich fest und carvten schnittig.
Noch einen Schritt weiter: Innenskifahren mit voller Beugung des Oberkörpers über das belastete Bein! Der Außenski lief uns davon. In die Schere. Wir fuhren pedalierend. Wir erinnerten uns an Fuzzy und sein Violinspielen. Klammern aber heute dank taillierten Carvelino geschnitten, carvend.
Aus unserem lustigen Beginn und tollpatschigen Versuchen wurde ein anspruchsvolles Training. Wir waren beim Skatecarven angekommen.
Der Carvelino hat mein Team zu Skatecarvern gemacht.
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Supershorties - Evergreens und Versager
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Supershorties sind Ski unter 100 cm Länge.
Walter Kuchler
Eine tolle Idee
Kneissl, eine traditionsreiche Firma für Innovationen, brachte 1991 den Big Foot auf den Markt. So 68 cm lang. Aber die Länge war nicht das Problem und nicht die Innovation, denn Sommerski und Firngleiter (Figls) gab es schon seit 1909.Kneissls und Dr. Reinfried Spaziers Idee war, auch so kurze Ski zu taillieren und flexfähig zu machen. Letzteres zwar nur bedingt, aber immerhin der Ansatz war da. Dem Ski außerdem die Form eines verlängerten Fußes mit Zehen als Spitze - das war nur ein Gag, allerdings einer, der lange gut funktioniert hat.Und zwar gleich drei Ideen für die Fahrpraxis
Ziemlich von Anfang an war den Fachleuten klar, was die Existenz dieser Ski für Skifahrkunst bedeutete. Einmal sollte es eine lustige Alternative zum Fahren mit Langski sein. Vielleicht kein Dauerbrenner, aber so zur Abwechslung wieder einmal einen Nachmittag lang. Die zweite Idee war, den Anfängern einen problemlosen, angstfreien, schnellen Zugang zum Skifahren zu erschließen. Schließlich erkannten die Trainer und Rennfahrer auch bald, dass man mit den Supershorties gut die neutrale Position auf dem Ski und eine gute Standfestigkeit selbst in Geschwindigkeitsbereiche von 100 kmh üben konnte. Von größerer Bedeutung war und ist nur die Sache für den Anfängerunterricht. Kurt Schock von SPORTS gab darüber zusammen mit Kneissl bereits 1995 ein Buch heraus.Supershortie sind nicht gleich Supershortie
Der Big Foot ließ sich leicht drehen. Zu leicht! Viele Anfänger wurden damit zum Drehen und Driften erzogen. Sie wurden Rutscher statt Carver. Der erste Big Foot war doch etwas arg kurz und zu breit. Der Flex reichte nicht ganz. Eine neue Dimension des Fahrens und Schulens brachte erst der Razor von Elan mit 94 cm Radius, etwas schmal und recht flexibel. Dazu kamen bald der Spyder von Fischer, die Nachfolger des Big Foot von Kneissl, die kurzen von Atomic und die Carvelinos von Blizzard.Viele Supershorties waren sogar eine Katastrophe
Die Supershorties von Head, K2, Völkl und Rossignol beispielsweise waren vom Gesichtspunkt des Schwingens und Carvens aus gesehen ein Katastrophe. Als einer dieser Ski auch noch "double trouble" genannt wurde, interpretierte ein Freund nur trocken: Der Name ist Programm!" Offensichtlich schielten diese Hersteller nur noch auf das pausenlose Drehen, auf das Rückwärtsfahren und auf Funparkgags. Wer Skifahren, wer Carven mit diesen Ski lernen wollte, wurde eher auf lange Zeit verdorben.Die Unterrichtsidee trägt immer noch
Schnelles Lernen, angstfreies Lernen kann man immer noch gut mit geeigneten Supershorties. Geeignet sind diese meist, wenn sie nicht zu breit aber stark tailliert sind. Wer die Möglichkeit hat, Anfängerunterricht auf Supershorties, auch auf Shorties bis 140 cm, anzubieten, sollte diese großartige Chance nutzen. Er wird zwei Tage Zeit gewinnen, eine gute Unterrichtsatmosphäre geschenkt bekommen und gute Einstellungen für die Zukunft prägen können.Probleme nicht verkennen
Freilich ist auch ein derartiger Unterricht nicht ganz problemlos. Man lernt mit diesen Supershorties so schnell Fahren und Schwingen, dass andere notwendige Erfahrungen nicht mitkommen. Was früher langsam mitgewachsen war, die Erfahrung mit dem Schnee, den Bodenformen, der Hangneigung und dem Tempo, kommen nun zu kurz. Manche Schüler, vor allem Jugendliche, übernehmen sich so schon nach der ersten Stunde und gehen hohe Risiken ein. Zwingende Konsequenz für alle Anbieter von Supershorties: Die Schüler brauchen Anleitung, Betreuung und Aufsicht über den vollen Einstieg mit diesen Ski.Mit ansteigenden Skilängen
Clif Taylor hatte 1959 die Idee, sehr kurz zu beginnen und dann über 100- und 130-cm-Ski zur Normallänge fortzuschreiten. Martin Puchtler und ich als sein praktischer und publizistischer Helfer gewannen in Deutschland die Firmen Erbacher und Irlbacher für die Kurzskistufenmethode. In Frankreich setzte sich P. Grueneberg dafür ein. Und die Sache funktionierte gut, vor allem als auch in München Sport Scheck in dieses Boot einer neuen Unterrichtspraxis einstieg. Aber es währte nicht lange. Den Skilehrern, Skischulen und Verleihern war das ewigen Wechseln und Anpassens bald leid. Die Sache schlief schlichtweg ein.Ich plädiere heute für ein 2-Stufen-Programm.
Das ist praktikabel und höchst effektiv.
Doch für ein Lernen mit Supershorties und ansteigenden Skilängen wurde 1995 ein Neuanfang gemacht. Kurt Schock, die Firma Kneissl und SPORTS propagierten die Methode eines Anfängerunterrichts mit ansteigenden Skilängen zum zweiten Mal. Dieses Mal mit taillierten Ski und mit der Fahrtechnik des Carvens. Nun, da die Normal- und Standardlänge sich auf 150-150 Zentimeter verkürzt hat, nun, da das Lernen und Fahren mit Carvingski grundsätzlich leichter geworden ist und auch die Anpassungsprobleme mit heutigen Bindungen gering sind, genügt meistens auch eine Vorstufe.
Die Möglichkeiten und Erfolge eines Unterrichtes mit ansteigenden Skilängen sind unübertroffen.
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Semicarver - Keine Evergreens, sondern Fehlentwicklungen
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Walter Kuchler
Auf der Suche nach Neuem
Geschäftsleute versuchen Geschäfte zu machen. In der Regel versuchen sie gute Angebote zu machen, den Bedürfnissen der Kunden entgegen zukommen, neue Bedürfnisse zu wecken und zukünftige Entwicklungen anzubahnen und vorwegzunehmen. Nicht immer geht das gut. Mit den sog. Semicarvern um 2000 herum haben sie der Sache, den Skifahrern und sich selbst einen schlechten Dienst erwiesen.Was ist ein Semicarver?
Aber was sind oder was waren - erfreulicherweise waren - die Semicarver? Kurz gesagt: vorne Carver - hinten Klassiker. Vorne Taillierung - hinten paralleler Auslauf. Rossignol begann mit diesem Skityp, Atomic und andere zogen nach.Wie fährt sich ein solcher Ski?
Die Schaufel greift nach dem Kantenwechsel zu und zieht den Ski den Hang hinab. Dann beginnt das Rutschen. Und dieses will gar nimmer aufhören. Nur mit Kraft, einem guten Kraftschluss von Fahrer und Ski und Konzentration auf ein Abbremsen der Rutschfahrt kann endlich wieder der Kantengriff gefunden werden, um einen neuen Schwung anzusetzen. Dieses Rutschen verläuft anders als das traditionelle Driften, da die Schaufel sich fortwährend vorne festkrallt, das Ende umso leichter hinten wegrutscht. Sehr anstrengend das Ganze. Vom Carven keine Rede.Theoretisch interessant
Alle Fahrtechniken vor dem Carven mit Ausnahme des Telemarks, der ja zu den Carvingtechniken gehört, waren nach folgendem Muster aufgebaut: Erst den Ski rutschend in Drehung versetzen und beim oder nach Erreichen der Falllinie das Rutschen auf der Kante auffangen und den Schwung auf der Kante, schneidend also, zu Ende führen. Das war so bei den Rotationstechniken, in der Gegenschultertechnik, beim Mambo, in der Beinspieltechnik usw. Beim Fahren mit dem Semicarver geschieht nun genau das Gegenteil: erst schneiden - dann rutschen. Eine Erfindung also. Leider eine Erfindung, die nicht gut funktionieren kann.Verantwortlichkeiten und Moral
Wie immer im Leben stehen hinter Entwicklungen Interessen und Personen. Sie dürfen und sie müssen bei positiven wie bei negativen Verläufen befragt werden. Alles hat auch eine moralische Dimension. Unser Fall also: Bei dieser Fehlentwicklung wurden Kunden schlecht bedient, Skifahrern wurde gutes Skifahren unmöglich gemacht. Aber wer kommt in den Firmen auf solche Schnapsideen? Wer verantwortet das, dass Skifahrer schlecht beraten werden, ihnen unbrauchbares Material verkauft wird und sie auf Jahre hinaus zu schlechtem Skifahren verurteilt sind. Werden in solchen Fällen bei den Firmen Konsequenzen gezogen? Zugegeben ist, dass dieser Fall im Vergleich zu der Verweigerungshaltung von Ski- und Skilehrerverbänden zur allgemeinen Entwicklung über viele Jahre hinweg etwas sehr Punktuelles an sich hat. Aber immerhin.PS 1
Übrigens versteht Milan Maver in seinem Buch "Wie der Carvingski die Welt veränderte" unter dem Begriff "Semicarver" etwas anderes. Er meint damit die Easy- und Softcarver von 1995 - 2000. Aber auch die Easy- und Softcarver sind ein ungutes Kapitel der Carvinggeschichte.PS 2
Ich suche noch für meine Sammlung einen Semicarver. -
Atomics Carvemaschine und Heads Cyclone
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- echte, gute Evergreens
Petra GöddeEine Länge für Alle und für Alles
Beide Firmen hatten den gleichen Einfall und die gleiche Konzeption: Einen guten Carvingski in einer Länge für alle Fahrer und für alle Situationen. Die Carvingidee zu Ende gedacht muss das möglich machen.Revolutionäre Einsichten
Als diese beiden Ski 1998 auf den Markt kamen wurden Freaks und Fachleuten bald mehrere Dinge bewusst:- Ein stark taillierter Ski kann wirklich sehr kurz sein. Der Kurvenhalt und die Kurvengeschwindigkeit gewinnen sogar.
- Ein guter Carvingski ist für Könner und für Anfänger gleich gut.
- Von der Schwungweite und dem Schwungtempo genügen solche Ski hohen Ansprüchen.
- Für alle Pistenverhältnisse sind diese Ski gut, erst im Tiefschnee muss man Abstriche machen.
- Das leichte Handling hängt stark, hängt vornehmlich von der Länge bzw. Kürze des Ski ab.
- Sicherheitswissen hier umgesetzt: Jeder Zentimeter kürzer ist in den meisten Fällen ein Sicherheitsgewinn.
- Auf die Dauer sind diese Typen für die Firmen und den Fachhandel wahrscheinlich kein gutes Geschäft.
Exzellente Fahreindrücke
Ich habe beide Ski viele Tage gefahren. Beide Ski haben mich tief beeindruckt. Ich habe sie privat und beim Skikurs gefahren. Ich konnte damit meine Carvingvorstellungen realisieren. Ich habe vielen Skifahrern diese Typen empfohlen.Historisch schnell abgewickelt
Leider währte das Leben, das Angebot von Carvemaschine und Cyclone nicht lange. Bedauerlich. Doch beide nahmen ein anderes Ende. Die Carvemaschine wurde eingestellt, der Cyclone weiter entwickelt. Bald gab es den Cyclone in verschiedenen Längen und wieder kurze Zeit darauf wurde aus dem Cyclone ein Big Easy. Die Namensänderung war zwar ein großer Sprung, der Inhalt aber blieb gleich gut, nämlich eine behutsame Weiterentwicklung.Carvingidee zu Ende gedacht: Ein Ski für Alle und für Alles ist möglich.
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Völkls Explosiv (grau silber), Völkls Super-G (grün), Heads SL (erster mit Chip) ca. 2001
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3 Evergreens meiner Laufbahn
Karl Seemann
Gemeinsame Förderer meiner Entwicklung
Diese drei haben in meiner Erinnerung mein skiläuferisches Können positiv beeinflusst. Gemeinsam haben alle drei, dass sie mich - wie ich meine - von dem verschulten Fahren befreit haben. Ich habe nicht mehr gedacht, das musst du machen, damit dies oder jenes funktioniert, sondern diese Ski haben mir mehr gezeigt, was sie ohne meine Gedanken können.Der Explosiv von Völkl
So war der Explosiv für meine Tiefschneeerfolge verantwortlich. Der Tiefschnee war bis zu diesem Zeitpunkt immer noch ein ständiger Kampf und er war mit viel Tränen verbunden.Der P9 von Völkl
hat mir Vertrauen und Sicherheit gegeben, es einmal krachen zu lassen und lange Schwünge mit Speed zu fahren.Der SL Head
war entscheidend für das Carven. Dazu wieder neuer, irrer Spaß am Kurzschwingen.Diese Ski waren meine Lehrer und haben mir gezeigt, wie dies und jenes funktioniert und was sie ohne meine Gedanken können.
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Big-Foot von Kneissl - ein Evergreen
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Eckhard Weidel
Big Foot ist Kneissl oder: Kneissl ist Big-Foot.
Der Big-Foot von 1990/91 ist ein Evergreen, der Big-Foot heute ist immer noch aktuell. Im Test von Sports möchte ich den Big-Foot als Evergreen vorstellen.Zur Geschichte:
Er wurde 1990/91 von Dr. Rainfried Spazier erfunden. Er wollte für Kinder den Spass im Schnee fördern, weil die damals üblichen Lernski zu lang und zu träge waren. Kneissl stieg auf die Ideen von Dr. Spazier ein. In den schneearmen Winter Ende 1980 stagnierten die Urlauberzahlen im Wintersport und Technische Neuerungen gab es zu dieser Zeit auch lange keine mehr. Seit dem ersten Big-Foot hat Kneissl über 200.000 Paar hergestellt. In sehr vielen Sonder-Editionen. Die Promotion machte der ehemalige Rennläufer und heutige Schlagerstar Hansi Hinterseer, der uns von manchem Big-Foot im Schnee anblinzeltTechnische Daten:
Erst in Sandwich-Bauweisen, jetzt mit PU-Kern und Dura-Kante Sidecut in mm 130-102-110, die Länge 65 cm, Radius 4 Meter.Für Kneissl ist der Big-Foot Erfolgsgeschichte. Er ist der Vorreiter der Carvingsski.
Fahrbericht aus der Praxis:
- Für Kinder: Der Big-Foot ist das Lehr- und Spielgerät schlechthin. Ob für Kinder zum Gewöhnen an den Schnee und erlernen des Kurvenfahrens. Kinder haben von Beginn an Spaß im Schnee, erlernen spielend das Fahren der Kurve.
- Für alle gilt: Das erste Carvingerlebnis mit dem Bigfoot wird so sehr leicht erlernt.
- Für Erwachsene bietet sich der Big Foot überhaupt als ideales Trainingsgerät an.
- Besonders auch für ängstliche Erwachsene finden wir hier ideale Voraussetzungen.
- Die sogenannten "Bewegungsakrobaten" werden mit dem Gerät im Schnee den ersehnten Spaß finden.
- Rennläufer kommen mit ihm als Trainingsgerät "gezwungenermaßen" über die Skimitte, denn der Big-Foot hinter der Skimitte gefahren, flattert unheimlich und lässt sich nicht beherrschen.
Big Foot und TempoFalsch wäre die pauschale Aussage: Diesen Ski kann man nicht schnell fahren. Man könnte nur sagen: Flach gefahren "hinter" der Skimitte wird das Tempo problematisch. Noch "richtiger", d.h., das Problem noch genauer erfasst:
Der Big Foot muss wie alle taillierten Ski auf der Kante gefahren werden
und kann dann dementsprechend schnell gefahren werden.
Besondere Anwendungsempfehlung:
- Big Foot für den Kinderskiunterricht oder bei sehr ängstlichen Erwachsenen.
- Als Trainingsgerät oder beim legendären Sand-Big-Foot-Rennen, das jedes Jahr in Hirschau am Monte Kaolino stattfindet.
Ob 1990/91 oder heute: Der Big-Foot ist der Identifikationsski von Kneissl.
Entsprechend dem Spruch:
Legenden leben länger oder Evergreens for Ever -
ATOMIC Beta Race Carv 9.12
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Ein Evergreen - ATOMIC Beta Race Carv 9.12 1,50 m
2003 fand ich bei einer Fortbildungsveranstaltung von SPORTS "verwaist" diesen Ski in einer Kellerecke stehen. Schon das Qutfit – gelber Grundton, rot-schwarz beschriftet – war für mich die Aufforderung, ihn zu testen.
Die ersten Schwünge begeisterten mich. Nicht gerade bei besten Wetterbedingungen empfand ich eine enorme Drehfreudigkeit im Gelände und enge Turns auf der Piste.
Die Geometrie dieses Skis, Schaufelbreite 110 mm kombiniert mit der starken Taillierung 60 mm, erlaubt eine optimale Kraftübertragung und einen sauberen Kantengriff. Das integrierte System von Ski und Bindung (ATOMIC Centro 412) verleiht diesem Ski zusätzlich ein besonders ästhetisches Empfinden für geschnittene Schwünge.
Aggressive Fahrweisen sowie schnelle geschnittene Slalomschwünge sind genauso möglich wie genussvolle lange Powderturns.
Nun fahre ich diesen Ski im 3. Winter. Urteil: Ein toller Allrounder; mit Sicherheit einer der besten "Evergreens"! Schade, dass dieses Modell nicht mehr auf dem Markt ist.
Zum Schluss möchte ich diesen Ski mit einem guten Wein vergleichen. Wenn ich mich recht erinnere, war der deutsche Burgunder 2001 ein außergewöhnlicher Jahrgang: Delikat und ausgewogen. Ich habe leider diesen Jahrgang nicht mehr in meinem Keller – dafür aber den Beta Race Carv 9.12 von ATOMIC. -
HEAD Big Easy 94
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Karl Seemann
- ein Ski der mich nur begeistert und das Markenzeichen von meiner Skischule Karles-Carvingschule Sindelfingen ist.
Ob der Ski zu den Evergreen´s oder zu den Ski eines Supertests gezählt werden soll, soll jeder der den Test liest für sich entscheiden.
Alles Big ? Oder alles Easy ?
Für mich gibt es nur Big Easy. Den hier beschriebenen Supershorty mit seiner Länge mit 94cm muss man einfach gefahren sein. Für die Meisten ist die Ära dieser Supershorties schon Geschichte. Der erste kam 2001 auf den Markt.
Für mich und meine Schule ist der Big Easy Gegenwart und Zukunft.
Zum Ski:
Daten: Länge 94cm, Taillierung 128:90:118 Das ergibt einen Kurvenradius von 4,5m.
Das heißt aber, dass schon bei langsamer Fahrtgeschwindigkeit eine hohe Kurvengeschwindigkeit erzielt werden kann.
Der Ski hat einen Holzkern und eine Rental - Sicherheitsbindung die es in der Kinder und Erwachsenenversion gibt. Beide Dinge sind bei einem Supershortie unüblich - in der Regel sind sie geschäumt und haben eine Bügelbindung. Das heißt aber auch, dass eine längere Haltbarkeit bei diesen geschäumten Ski in der Relation nicht gegeben ist und dass sie auch oft wirklich brechen!. Der Holzkern wertet den Ski auf und es ist sein großer Vorteil, dass man den Ski im Gegensatz zu den Mitbewerbern nicht kaputt bekommt. Der Ski ist so gut wie unkaputtbar!!!!!!!!!!
Anders als bei den Konkurrenzprodukten der Skiindustrie hat der Big-Easy eine Auslösebindung. Offiziell und auch juristisch gesehen müssen Ski unter einem Meter Länge nicht mit Auslösebindungen versehen werden. Zweifellos aber ist eine Sicherheitsbindung auf einem Shorty auch ein Sicherheitsgewinn.
Wegen seiner Breite von 90mm unter der Bindung wird dem Big Easy beim Carven eine gewisse Trägheit im Gegensatz zu den schmäleren Modellen seinen Mitbewerber nachgesagt. Aber was bedeutet das im Verhältnis zu seinen Vorteilen. Denn für welche Anforderungen suche ich mir einen Ski aus?
Für mich ist es der Einstieg- und Lernski überhaupt!
Mit diesem Ski kann ich jeden, der nur an das Skifahren denkt, innerhalb kürzester Zeit zum Skifahrer machen. Ob Bewegungsakrobat oder „Elefant“ – wir bringen damit Jeden schnellstens zum ersten Kurvenfahren.
Mit diesem Ski realisieren wir den Traum Skifahren in drei Tagen!
Der Ski ist relativ breit und kurz und gerade deshalb eignet er sich für Ängstliche und Unbewegliche bestens. Sie fallen nicht leicht um und sie haben die psychologische Stütze der Sicherheitsbindung. Und schon am ersten Tag haben sie so das Ziel, „blaue Hänge“ fahren zu können, realistisch vor den Augen.
Für den Fortgeschrittenen ist der Ski wie jeder Supershorty das Trainingsgerät um wieder die Mitte über dem Ski zu finden und um das Fahren auf der Kante zu trainieren-
Ein paar Abfahrten mit dem Big-Easy94 und man spürt beim Kurvenfahren wieder den
Druck auf der Kante deutlich. Man/frau wird sich des Kurvenfahrens wieder bewusst.
Auch für Kinder sehe ich den Ski als Lern- und Einstiegsgerät.Trotz dem relativ hohen Preis für den Ski habe ich in meiner Schule 20 Big-Easys.
Die Ski mit ihrem hochwertigen Holzkern und ihrer hochwertigen Tyrolia-Bindung haben eben ihren Preis.Auch im Ebay ist der Ski ein begehrtes Objekt, so dass die Preise auch dort sehr hoch sind. Eine Tatsache, die den Wert des Ski unter den Benutzern bestätigt. Außerhalb Deutschland wird der Big Easy überwiegend in Frankreich, Spanien und in Übersee viel gefahren.
Entgegen mancher Lästererr, die den Ski schlecht machten als er auf den Markt kam, hat er
diejenigen alle überlebt und wird von HEAD hoffentlich noch recht lange produziert werden.
Deswegen gilt für mich:
Alles Big!!!!!!!!!! Und alles Easy!!!!!!!!!!!!Erfolg im Anfängerbereich wird für mich mit Big-Easy94 definiert
von Freitag, 14.12. – Sonntag, 16.12.2012in Langewiese (Sauerland) im Jugendgästehaus des TUS...