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PrototypenTests
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Der Metron von Atomic (Walter Kuchler)
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Walter Kuchler
Der Metron von Atomic - ein Prototypentest im RückblickPrototypentest?
Prototypen sind die Erstentwürfe für ein neues Skimodell. 2002 hatte ich die Ehre einen Prototest für Atomic durchzuführen. Prototests, wie ich sie auch schon für andere Firmen durchgeführt habe, gehören für mich zu den spannendsten und verantwortungsvollsten Testaufgaben. Manchmal entscheiden diese Tests mit darüber, ob dieser Ski tatsächlich in Produktion gehen soll, manchmal darüber, in welchem Segment der Firmenproduktion er platziert werden sollte, welche Adressaten er erreichen könnte und für welche Anwendungsgebiete er lanciert werden müsste. In jedem Fall also eineDer Ur-Metron vor schwierigen Aufgaben
Der Ur-Metron hat mir die Aufgabe als Tester leicht gemacht. Ich wusste nach wenigen Schwüngen, dass dieser Ski nicht nur vom Aussehen her originell war. Originell heißt für mich auch immer: andersartig und vielleicht sogar einzigartig. Das bewiesen die ersten Fahrten wirklich. Sie gingen über Hänge, auf denen in der Mitte eine eisige Fahrspur von 3-5 Metern ausgeputzt war, daneben aber dick und haufenweise der Schneemüll lag, weicher, durchsafteter Frühjahrsfirn. Und der Metron sagte mir: Das mache ich alles mit links. Die Übergänge vom Eis in den grundlosen Firn und vom Firn wieder über das Eis waren völlig problemlos. Und damit war für mich die Entscheidung bereits gefallen.Weitere Versuche machte ich wie bei allen Tests:
Kurze und lange Schwünge:
Beides gut. Nur für die kurzen Schwünge war, wie schon die Auslegungen des Ski erwarten ließen, der Aufwand etwas größer. Da musste man schon etwas lebendiger und energischer herangehen, um einen raschen Kanten- und Lagenwechsel zu erreichen. Im Firn ließ sich das aber allein schon durch einen einleitenden Schaufeldruck optimieren.Langsame und schnelle Schwünge:
Alles keine Problem. Die relative Steifigkeit des Ski bot mir Garantien bis in hohe Tempobereiche hinein. Zugleich schien mir der Ski für moderate Schulungsaufgaben entgegen zu kommen.Moderate und exzessive Carvingschwünge:
Auch hier spielte der Ski alle Spielchen mit. Für exzessive Kurven allerdings wünschte ich mir einen 150-er Ski. Vom Testski hatte ich den Eindruck, dass er um die 165 cm liegen würde.Tiefschnee:
Keine Testmöglichkeit. Später fuhren die Metrons auf diesem Gebiet phänomenale Ergebnisse ein.Autokinetik (Selbstführung) insgesamt:
Ausgeprägt, präzise, zuverlässig.Handling insgesamt:
Kanten- und Radiuswechsel waren leicht gewöhnungsbedürftig und etwas aufwendig. Aber nicht schwierig.Der Ur-Metron war der beste Superallrounder, den ich bis dahin kennengelernt hatte.
Als der Metron in Produktion ging, war ich tief befriedigt. Als er ein Verkaufserfolg wurde, ebenso. Schließlich konnte ich den Ur-Metron in meine Skisammlung einverleiben. Die Atomic-Leute hatten ihn mir geschickt, da mein Testurteil für sie das I-Tüpfelchen für die Entscheidung wurde: "Wir produzieren diesen Typ und machen aus ihm eine große Sache."
von Freitag, 14.12. – Sonntag, 16.12.2012in Langewiese (Sauerland) im Jugendgästehaus des TUS...